Category Archives: Allgemein

* „Hambacher Forst“ vs. Waldrodungen für Windkraft – medial inszeniertes Schwarz-Weiß-Denken?

Zur Abholzung im „Hambacher Forst“ und zu den Aktivitäten, um dieses Waldgebiet in NRW zu schützen und dabei auch gegen Kohlestrom zu protestieren, kann – und muss – man vielfältige Aspekte im Auge behalten. Man kann den „Hambacher Forst“ wildtierökologisch betrachten: die Bechsteinfledermaus bildet dort beispielsweise das größte bekannte Vorkommen der deutschen atlantischen Region. Gleichwohl wird man sich damit auseinander setzen müssen, dass (grundlastfähiger) Kohlestrom mit einem Anteil von rund 9 % am Endenergieverbrauch (Quelle: ifo) sowie andere fossilie Energieträger nicht einfach mal durch (fluktuative, also stark schwankende) „Erneuerbare“ ersetzt werden können, wenn gleichzeitig auch die Kernkraft aufgegeben wird. – Differenziert denken statt voreilig Positionen beziehen hilft hier sicherlich weiter.

Vor allem auch in punkto Ökologie und Schutz von Waldökosystemen sollte man nicht mit zweierlei Maß messen, denn unter manchen Umweltaktivisten und einigen der bekannten „Umweltverbände“ begegnet uns derzeit ein allzu vereinfachtes „schwarz-weiß“-Denken, etwa so: vielfaches Abholzen in Waldökosystemen für bisher 30.000 Windenergieanlagen – das ist gut („Energiewende“); aber Abholzen von Waldgebieten für den Kohleabbau – das ist schlecht. Ein solches Positionieren entlarvt, dass es so manch einem weitaus mehr um energiepolitische Ideologien geht als um wahrhaftigen Wald- und Naturschutz. Dass ein so genannter „Ökostrom“ wiederum zur vielfach potenzierten Waldzerstörung und Zerschneidung von Gesamtökosystemen führt und erhebliche Gebietsanteile unserer Naturlandschaften betrifft, wird allzu oft ignoriert.

Unser IHO-Mitglied Prof. Dr. Ute Gummich fragt angesichts der immer weiter betriebenen Waldrodungen in Baden-Württemberg, Hessen und anderen Bundesländern zwecks Errichtung einer Windenergie-Industrie – gerade auch in Wäldern -, wo denn der Aufschrei bleibe: „Hambi“ ist auch in Hessen und Baden-Württemberg, natürlich auch im Odenwald … – Lesen Sie hierzu den Kommentar der Physikerin Ute Gummich 0918

* Biodiversitätsverlust – Herausforderung unserer Zeit

Im Juni 2018 unterzeichneten über 20 Wissenschafttler des Senckenberg Forschungszentrums eine „Frankfurter Erklärung“, um die Situation des Biodiversitätsverlustes in Deutschland zu bewerten und den Forschungs- und Handlungsbedarf abzuleiten. Hierzu einige Ausführungen, die zeigen, dass die gegenwärtig allzu simplifizierte Zuschneidung ökologischer Themen auf Fragestellungen des „Klimawandels“ höchst problematisch sind, weil sie an anderen wesentlichen Kernthemen unserer Zeit eklatant vorbei manövrieren: Intakte Lebensräume müssen geschaffen, geschützt und gestärkt werden! – Weiter lesen: HAHL 2018, Biodiversitätsverlust

* Eberbacher FNP: Schwere artenschutzrechtliche Konflikte an vier Konzentrationsflächen

Nicht nur mit dem aktuell in der Offenlage befindlichen „Regionalplan Südhessen“ (der den hessischen Odenwaldkreis und den Kreis Bergstraße betrifft), sondern auch im Raum Eberbach (Rhein-Neckar-Kreis, Baden-Württemberg) findet gegenwärtig eine stark raumwirksame Kommunalplanung statt: Bis einschließlich Freitag, 30. Juni 2017, läuft die „Offenlage für den Teilflächennutzungsplan der vVG Eberbach-Schönbrunn / Windenergie“. Innerhalb dieses Zeitraums kann jede/r eine Stellungnahme einreichen.

Es geht um vier Konzentrationsflächen, die auf der weiträumigen Eberbacher Gemarkung für die Windenergie ausgewiesen werden sollen: der Hebert südlich des Neckars – das Augstel (die nordwestliche Verlängerung des „Markgrafenwald-Bergrückens“) – die Hohe Warte – und Brombach Nord (die südliche Verlängerung des „Flockenbusch“ auf Wald-Michelbacher Gemarkung).

Wir haben die artenschutzrechtlichen Konflikte für alle vier projektierten Flächen nun in einem Abriss zusammen gestellt. Die Ausarbeitung ist hier als pdf abrufbar und kann als umweltrechtlich-fachliche Faktengrundlage oder „Steinbruch“ für eigenformulierte Stellungnahmen zum Teilflächennutzungsplan Eberbach/Schönbrunn genutzt werden: IHO zu FNP Eberbach 0517 (Karte: Informationsdienst des BfN, verändert)

* Weitere Pressemitteilung zu Stillfüssel u. Kahlberg

Auszug aus der Pressemitteilung von RA Dr. jur. Stefan Glatzl und Michael Hahl M.A., Geograph zur Stillfüssel- und Kahlberg-Genehmigung vom 30.12.2016: „… Die Genehmigungen verstoßen gegen geltendes Naturschutzrecht und können nur auf höchsten politischen Druck zustande gekommen sein. Die Bürgerinitiativen werden gegen die Genehmigungen auch gerichtlich vorgehen. Es laufen derzeit weitere Untersuchungen, deren Ergebnisse in den letzten Tagen laufend dem Regierungspräsidium dargelegt wurden. Demnach sind in den jetzt von der Genehmigung betroffenen Gebieten Vorkommen von Schwarzstorch, Rotmilan, Wespenbussard, Uhu, Mopsfledermaus und weiteren Arten nachhaltig dokumentiert worden. Über 50 Brutstätten von gefährdeten Arten in den genannten Gebieten wurden gemeldet. Die gemeldeten Horste sind potentielle Brutstätten von gefährdeten Arten, die dem besonderen nationalen und europäischen Artenschutz unterliegen. Im Falle des bereits diskutierten Schwarzstorchhorstes (hierüber wurde ausführlich berichtet) ist dies – auch durch unabhängige Gutachter – mittlerweile bestätigt. Die weiteren aufgefundenen Horste belegen den besonderen Status des Stillfüssel und des Kahlberg für gefährdete Arten. Ohne eine weitere Horst-Zuordnung und Brutbiotop-Kartierung verstößt die Obere Naturschutzbehörde … gegen § 44 Abs. 1 Satz 3 BNatSchG (Fortpflanzungs- oder Ruhestätten der wild lebenden Tiere der besonders geschützten Arten aus der Natur zu entnehmen, zu beschädigen oder zu zerstören), da die potentielle Zerstörung von Fortpflanzungs- und Ruhestätten … durch eine Genehmigung zur Errichtung von Windkraftanlagen zwangsläufig gegeben ist. …“ Weiter zur Pressemitteilung: pm_ra-drglatzl_m-a-hahl_30-12-2016

* Presseerklärung der Naturschutzinitiative und der IHO zur skandalösen Genehmigung der „Windparks“ Stillfüssel und Kahlberg

Die Initiative Hoher Odenwald e.V. (IHO) und die Naturschutzinitiatve (NI) haben heute nach der – umweltrechtlich aus unserer Sicht völlig inakzeptablen – Genehmigung von „Stillfüssel“ und „Kahlberg“ eine gemeinsame Presseerklärung herausgegeben:  pm-ni-iho-zu-genehmigung-stillfuessel-u-kahllberg-pm-301216 – Es bleibt in diesem Fall nur noch eine Verbandsklage klagebefugter Umwelt- und Naturschutzvereinigungen.

Hier geht es zur heutigen Pressemeldung des Regierungspräsidiums Darmstadt: https://rp-darmstadt.hessen.de/irj/RPDA_Internet?rid=HMdI_15/RPDA_Internet/nav/3b5/3b570537-4663-2111-1010-436e7de30ba3,2e61001e-dd91-4951-d064-8712ae8bad54,,,11111111-2222-3333-4444-100000005004%26_ic_uCon_zentral=2e61001e-dd91-4951-d064-8712ae8bad54%26overview=true.htm&uid=3b570537-4663-2111-1010-436e7de30ba3

* Weihnachtsgruß der IHO

Liebe Mitglieder, Unterstützer und Freunde der IHO,

weihnachtspost-2016die Bedrohungen für unsere Umwelt – für die Lebensräume von Mensch und Tier – sind vielfältig und wir haben leider keinen Anlass, uns zufrieden zurück zu lehnen. Dennoch muss es auch Zeit und Raum geben, um zur inneren Ruhe zu kommen und Kraft für die weiteren Wege zu schöpfen.

Mit unserer Weihnachtspost wünschen wir allen Mitgliedern, Unterstützern und Freunden der IHO besinnliche Feiertage: weihnacht-iho-231216-bild (Bild zum Vergrößern anklicken)

* IHO bezieht Stellung zum Greiner Eck

Aktuell hat die „Initiative Hoher odenwald e.V. – Gemeinnütziger Verein für Landschaftsschutz und Erhalt der Artenvielfalt“ noch eine Stellungnahme zum Vorhaben am Neckarsteinacher „Greiner Eck“ im FFH-Gebiet 6519-304 „Odenwald bei Hirschhorn“ ans hessische Regierungspräsidium Darmstadt übersendet. Die Kurzstellungnahme, welche insbesondere die bislang ungenehmigte WEA 2 sowie das nachgewiesene Wespenbussard-Vorkommen thematisiert, aber auch weitere Artenschutzkonflikte aufgreift, kann hier eingesehen werden: stellungnahme-greiner-eck-wea2-iho-1116-o-sign