Category Archives: Allgemein

* IHO bezieht Stellung zum Greiner Eck

Aktuell hat die „Initiative Hoher odenwald e.V. – Gemeinnütziger Verein für Landschaftsschutz und Erhalt der Artenvielfalt“ noch eine Stellungnahme zum Vorhaben am Neckarsteinacher „Greiner Eck“ im FFH-Gebiet 6519-304 „Odenwald bei Hirschhorn“ ans hessische Regierungspräsidium Darmstadt übersendet. Die Kurzstellungnahme, welche insbesondere die bislang ungenehmigte WEA 2 sowie das nachgewiesene Wespenbussard-Vorkommen thematisiert, aber auch weitere Artenschutzkonflikte aufgreift, kann hier eingesehen werden: stellungnahme-greiner-eck-wea2-iho-1116-o-sign

* Schwarzstorchland

Schwarzstorch Reisenbacher Grund 040816 Dieter Theisen (3)Auch im August gibt es weiterhin einige Sichtungen, meist Zufallsbeobachtungen, von Schwarzstörchen rund um den Markgrafenwald-Bergrücken, insbesondere im Reisenbacher Grund und im Höllgrund. Sowohl beim Fischen an den Bachläufen – Höllbach und Reisenbach sind essenzielle Nahrungshabitate – als auch im Überflug in großer Höhe. Das Foto eines adulten Schwarzstorchs (d.h. ein erwachsenes Tier mit rotem Schnabel und roten Beinen) wurde am 4. August im Reisenbacher Grund aufgenommen (Bild: Dieter Theisen, zum Vergrößern anklicken).

Bis September sind sie noch hier, unsere schwarzweißen Mitbewohner, dann geht es in die Winterquartiere. Neben den Schwarzstörchen werden rund um den „Markgrafenwald“ auch in den Sommermonaten 2016 noch viele andere Anhang-I-Arten (Vogelschutzrichtlinie der EU) beobachtet: Wespenbussard, Rot- und Schwarzmilan, Kolkrabe, Mäusebussard, Turm- und Wanderfalke und einige mehr.

* Leserbrief: NABU-Mitglieder fordern Schulterschluss mit der IHO

Ein Leserbrief verschiedener NABU-Mitglieder ging gestern an einige Redaktionen und wurde auch an uns geleitet. Darin heißt es: „… Der Leserbrief vom Vorsitzenden des Waldbrunner NABU … ist höchst fragwürdig. Solch eine Respektlosigkeit gegenüber der IHO ist eine Schande für die gesamte Naturschutzarbeit. Entweder man ist Naturschützer und setzt sich für die gemeinsame Sache ein, also den Schutz der Arten, den Schutz der Landschaft und damit verbunden den Schutz der Heimat oder eben nicht. … Der Leserbrief NABU-Mitgl Eberb 180416 klVorsitzende des NABU Waldbrunn täte gut daran, Schulterschluss mit der IHO zu zeigen …“ – In der Eberbacher RNZ-Ausgabe ist der Leserbrief der NABU-Mitglieder bereits heute unter der Schlagzeile „Schande für die Naturschutzarbeit“ veröffentlicht (bitte kleines Bild anklicken), auch der Mosbacher RNZ-Ausgabe liegt er vor. Als pdf lesen: Leserbrief NABU Mitglieder Eberbach 18.04.2016

Wir ergänzen wie folgt: Spätestens seit 2014 (Raumnutzungsanalyse durch Büro Rohde zum Schwarzstorch und Wespenbussard i.A. der IHO zum Vorhaben „Windpark Markgrafenwald“) findet eine konstruktive Zusammenarbeit von NABU- und IHO-Mitgliedern statt, verbunden mit Austausch über aktuelle Entwicklungen, Vorlage und Besprechung von IHO-Gutachten, Arbeitstreffen zu geschützten Arten, Doppel-Mitgliedschaften in NABU und IHO usw. Diese Zusammenarbeit sollten wir beidseitig wertschätzen und pflegen! Natürlich wird auf Diskretion geachtet und es gibt keinen Anlass, scheinbare Fehltritte zu konstruieren.

Einige wenige Kräfte möchten den faktisch und fachlich längst gegebenen Schulterschluss offenkundig bekämpfen, aktuell durch gezielte Öffentlichkeitsarbeit (Leserbrief in der RNZ) vor einer Beschlussfassung im Waldbrunner Gemeinderat, die jedoch eine zentrale Fehlinformation enthält: Denn wer sich von der IHO distanziert und unseren gemeinnützigen Naturschutzverein augenscheinlich diskreditieren will, das ist der Waldbrunner Ortsvereinsvorsitzende, nicht „der NABU“. – Wir überlassen es den kritischen NABU-Mitgliedern, hierzu ihre Gegenpositionen zu vertreten.

* Qualitätsmanagement für Schwarzstorch-Kartierung

Mit der Auswahl der eingesetzten Gutachter und Kartierer – und ihren Art-spezifischen Fähigkeiten – steht und fällt die Qualität avifaunistischer Gutachten. Auf diesen Gutachten müssen behördliche Genehmigungsentscheidungen schließlich aufbauen. In vielen Fällen haben sich bei ungenügend oder fachlich fehlerhaften Begutachtungen gravierende Defizite gezeigt. Umso mehr ist ein intensives Qualitätsmanagement, das mit der Methodik und den Detailkenntnissen im Gelände beginnt, dringend erforderlich.

Da es bei Genehmigungen letztlich um Verstöße gegen das Bundesnaturschutzgesetz und das höher stehende EU-Artenschutzrecht gehen kann, muss der Maßstab für Kartierungen auf höchstem Qualitätsniveau angesiedelt werden. Fachlich mInderwertige oder viel zu wenig differenzierte Herangehensweisen sind nicht etwa tolerabel, sondern auf rechtlicher Ebene inakzeptabel.

Einen wesentlichen Beitrag zu einem Qualitätsmanagement ist jetzt auf dem „blackstorkblog“ nachzulesen. „Die fachlichen Anforderungen liegen demzufolge speziell bei der Erfassung von Schwarzstörchen (Raumnutzung, Nestsuche etc.) für einen delegierten Kartierer in Deutschland sehr hoch. Wegweisende Referenzabfragen an den Kartierer werden bei den zuständigen Fachbehörden … immer wieder versäumt“, heißt es dort. Lesen Sie mehr dazu im „Schwarzstorch-Blog von Carsten Rohde.

Natürlich ist auch für viele andere Arten, nicht allein für den Schwarzstorch, ein Qualitätsmanagement gerade angesichts des rasant fortschreitenden WEA-Ausbaus in deutschen Mittelgebirgen unabdingbar. Stets wäre auch das Gesamt-Ökosystem im Auge zu behalten, was aber angesichts etlicher, voneinander unabhängig betrachteter Einzelgenehmigungen keineswegs berücksichtigt wird.

* Friedvolle Weihnachtszeit – im Frieden mit der Natur

Unterhalb des Friedens mit der Natur gibt es kein ‚ethisches Minimum‘„, schrieb der Naturphilosoph Meyer-Abich vor dreißig Jahren. Es sei nicht damit getan, die „Gewichte etwas zu verlagern, sondern Frieden mit der Natur muss selbst zu einem neuen Angelpunkt jeglicher Politik gemacht werden, in der Entscheidungen hinsichtlich des menschlichen Verhaltens zur natürlichen Mitwelt getroffen werden“ (aus: K. M. Meyer-Abich, 1984, Wege zum Frieden mit der Natur, Carl-Hanser-Verlag München). Doch wo stehen wir heute auf diesem Weg? Während scheinbar „grünes“ Denken in einer Klima- und Energiepolitik kulminiert, die nur wieder weitere Zerstückelungen und Zerstörungen von Ökosystemen bewirkt, steht es um Natur- und Landschaftsschutz schlecht: Biodiversität, Wald und Offenland, Boden und Gewässer, Flüsse und Meere, Flächenverbrauch und Freiraumzerschneidung, intensivierte Land- und Forstwirtschaft … – kein positiver Trend in Sicht! Weltweit nicht und auch keineswegs bei uns. Ein Beispiel zu unseren europäischen Schutzgebieten: „Insgesamt ist bei 28 % der Lebensraumtypen der von der EU geforderte günstige Erhaltungszustand erreicht, 39 % zeigen einen unzureichenden und 31 % einen schlechten Erhaltungszustand„, bilanziert das Bundesamt für Naturschutz (aus: BfN, 2014, Die Lage der Natur in Deutschland. Ergebnisse von EU-Vogelschutz- und FFH-Bericht). Nicht besser sieht es aus in unseren „Naturparken“ oder in den „Landschaftsschutzgebieten“ – und wie erst in den gar nicht unter Schutz gestellten Naturräumen, Wäldern, Auen und Feldern?

Kamen wir weiter auf dem Weg zum Frieden mit der Natur? Kommen wir heute voran, wenn wir im Namen eines angeblich „ökologischen“ Windenergieausbaus, der nur einen „grünen“ Aufguss des Raubbaus an der Natur darstellt, immerzu weiter Natur- und Landschaftsverbrauch erzeugen? – Nein, machen wir uns nichts vor, es ist der falsche Weg! Frieden mit der Natur muss in der Tat zum neuen Angelpunkt zukunftsfähiger Politik werden! „Wenn wir untereinander keinen Frieden haben können, werden wir auch keinen Frieden mit der Natur finden“, schrieb Jane Goodall. Gehen wir es andersherum an: Wenn wir keinen Frieden mit der Natur finden, mit unserer Mitwelt, so pflegen wir Menschen keinen untereinander. – In diesem Sinne wünscht Ihnen die „Initiative Hoher Odenwald e.V. Gemeinnütziger Verein für Landschaftsschutz und Erhalt der Artenvielfalt“ eine besinnliche, friedvolle und naturverbundene Weihnachtszeit – und ein glückliches Jahr 2016, in dem die Hoffnung auf Frieden mit der Natur zum Quell Ihrer Kraft, Ihres Handelns und Ihrer Zuversicht werde.

Foto: Motiv aus dem „Markgrafenwald“ zwischen Reisenbach, Itter und Höllbach. – Sie möchten den Text als pdf lesen: Friedvolle Weihnachtszeit IHO1215

* Bürgerschaftliches Aufbegehren gegen Windkraftpolitik

Die Kluft zwischen „politisch grüner“ Windenergiepolitik und „grün“ denkenden Bürgern und Naturschützern wird offenbar immer größer – nicht nur in Rheinland-Pfalz: Bürgerprotest gegen Grüne Windenergiepolitik am 20. Juni in Bingen (zum youtube-Clip bitte den Link anklicken). Auch die Diskrepanz zwischen Stadt und Land, zwischen politischen Wegbereitern und bürgerlichen Leidtragenden in der ländlichen Bevölkerung nimmt scheinbar zu. Während eine – nicht zuletzt im SInne eines Klimaschutzes völlig fehlgeleitete Energiepolitik, verknüpft mit wirtschaftlichen Interessen und zu kurz gedachten Ideologien – hartnäckig ihren Kurs bewahren will. Man erinnert sich dunkel an eine Zeit, als „Grüne“ noch auf der anderen Seite vergleichbarer Naturschutzkonflikte standen. Dabei sind diejenigen, die derzeit allerorts unternehmerisch auf die vermeintlich grünen Trittbretter springen, meist nicht einmal mehr „politisch grün“, sondern lediglich Nutznießer einer technokratischen „new green economy“, die ihre Bodenhaftung in der Natur verloren hat …

* „Methoden-GAU“ artenschutzfachlicher Gutachten

Was für Bayern gilt, gilt für Nordbaden mindestens ebenso: Um die Windenergieplanung mit dem Naturschutz in Einklang zu bringen, sind massive Verbesserungen der Methodik erforderlich. Der Umwelt-Watchblog eines bayerischen Naturschutzvbereins schildert die Thematik am Beispiel von Schwarzstorch und Fischadler. Zitat: „Eine Überarbeitung der Methodik ist nach übereinstimmenden Angaben der international renommierten ornithologischen Experten und Gutachter Dr. Daniel Schmidt (Greifvögel) und Carsten Rohde (Schwarzstorch) fachlich zwingend erforderlich.“ Es geht dabei nicht allein um die zuweilen geradezu groteske Umgangsweise mit bundesdeutschem und EU-Artenschutzrecht, wie man sie an vielen Beispielen fachlich belegen kann; es geht auch um die soziale Akzeptanz und letztlich um die Effizienz einer „Energiewende. Lesen Sie mehr …